Wann zahlt die private Unfallversicherung?

Viele Menschen in Deutschland sichern sich gegen die Folgen eines Unfalls mit einer privaten Unfallversicherung ab. Die Prämien in der Unfallversicherung sind günstig und glücklicherweise sind Unfälle selten. Tritt der Versicherungsfall ein, sollten sich der Versicherungsnehmer oder die Angehörigen über die Voraussetzungen einer Versicherungsleistung in der privaten Unfallversicherung sorgfältig informieren. Wann also zahlt die private Unfallversicherung?

 

Voraussetzungen für Leistungen aus der Unfallversicherung

Wer eine Invaliditätsleistung beansprucht, muss im Wesentlichen drei Voraussetzungen nachweisen: Invalidität, „durch einen Unfall“ und einen Invaliditätsgrad.

1. Voraussetzung: Invalidität

Die erste Voraussetzung ist die Invalidität des Versicherten. Invalidität ist die dauernde bzw. dauerhafte Beeinträchtigung der normalen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit des Versicherten.

Dauerhaft heißt, dass die Invalidität lebenslang oder nach ärztlicher Prognose wenigstens drei Jahre andauern wird.

Achtung! Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Invalidität oft mit einer schweren Behinderung in Zusammenhang gebracht. Die Definition in der privaten Unfallversicherung ist aber wesentlich differenzierter. So kann beispielsweise auch der Verlust eines Fingers oder eine Bewegungseinschränkung der Schulter eine Invalidität begründen.

Die Invalidität ist ein einige sehr wichtige Fristen geknüpft, die sich je nach Vertrag unterscheiden können. Nach den meisten Verträgen muss die Invalidität binnen 12 oder 15 Monaten eingetreten sein, binnen 15 Monaten ärztlich festgestellt werden und binnen 15 Monaten bei der Versicherung geltend gemacht werden. Die Einhaltung dieser Fristen ist unbedingt notwendig. Werden sie versäumt, muss der Versicherer nicht zahlen! Detaillierte Hinweise finden sich in dem Beitrag „Fristen in der privaten Unfallversicherung“.

Die Einhaltung von Fristen ist ein häufiger Streitpunkt in gerichtlichen Auseinandersetzungen. Sollten Sie unsicher sein oder droht eine Frist abzulaufen, kontaktieren Sie uns.

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2. Voraussetzung: „durch den Unfall“

Die zweite Voraussetzung ist, dass die Invalidität durch einen Unfall eingetreten sein muss. Was zunächst recht einfach klingt, birgt erhebliches Streitpotential.

Der Begriff des Unfalls wird definiert als von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis. Wichtig ist hier unter anderem das Merkmal „von außen“. Erleidet ein Jogger einen Riss der Achillessehne, fehlt es an einer Einwirkung von außen. Stolpert der Jogger jedoch über eine Baumwurzel, könnte es anders aussehen.

Mit dem kleinen Wörtchen „durch“ wird die Kausalität oder  Ursachenzusammenhang beschrieben. Der unfallbedingte Gesundheitsschaden muss also zu der geltend gemachten Invalidität geführt haben.

3. Invaliditätsgrad

Die dritte Voraussetzung ist schließlich ein bestimmter Invaliditätsgrad. Ein solcher lässt sich regelmäßig nur durch ein ärztliches Sachverständigengutachten ermitteln. Die Gutachten werden meist durch den Versicherer in Auftrag gegeben. Es passiert nicht selten, dass sogenannte Gutachterinstitute, die wirtschaftlich von den Versicherern abhängig sind, zu niedrige Invaliditätsgrade bemessen.

Wenn Sie Zweifel an der Bemessung der Invalidität haben, können Sie gern unser Angebot einer kostenlosen Ersteinschätzung wahrnehmen. Bitte senden Sie uns hierzu einfach das Schreiben Ihres Versicherers zu, in dem Sie über die Höhe der Invaliditätsleistung informiert werde.

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Typische Probleme

Bei der privaten Unfallversicherung bestehen einige typische Problemkomplexe, bei denen Versicherungen Zahlungen verweigern.

Einer der häufigsten Streitpunkte ist das Versäumen einer Frist. Droht Ihnen eine Frist abzulaufen oder wirft Ihnen der Versicherer eine Fristversäumnis vor, sollten Sie sofort einen auf Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt kontaktieren.

Ein zweiter Schwerpunkt bildet häufig die Kausalität zwischen Unfall und Invalidität. Da dieser Komplex für den durchschnittlichen Versicherten nur schwer durchschaubar ist, kommt es durch die Gutachter der Versicherer zu den abenteuerlichsten Konstruktionen. Berühmt berüchtigt ist die Rotatorenmanschette im Schultergelenk.

Streitbefangen ist auch die Bemessung des Invaliditätsgrads. Hier geht es auch um Wertungen, die je nach Vorlieben des Gutachters in die ein oder andere Richtung ausfallen können. Ein genaues Hinschauen lohnt sich.

Schreiben Sie uns – wir unterstützen Sie!

Haben Sie Leistungen aus Ihrer privaten Unfallversicherung beantragt und will Ihr Versicherer nicht zahlen, schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an. Wir sind auf Ihrer Seite! Sie sollten frühzeitig einen auf Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt vertrauen. Sie können gern über das Formular der kostenfreien Ersteinschätzung Ihren Fall schildern und wir melden uns anschließend telefonisch bei Ihnen oder Sie vereinbaren einen Beratungstermin.

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Rechtsanwalt Schneider ist bundesweit für Versicherte in der Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfallversicherung und privaten Krankenversicherung tätig.