Anwaltlicher Rat vom Spezialisten.

„Benötige ich einen Rechtsanwalt für die Berufsunfähigkeitsversicherung?“ Diese Frage kommt bei vielen Versicherten auf, die erstmals einen Antrag auf die BU-Rente stellen. Die Antwort wird spätestens dann gegeben, wenn der Versicherer die Leistung verzögert, einen eigenartigen Vergleich anbietet, die BU-Rente ganz ablehnt oder Ihnen vorwirft, bei der Antragstellung arglistig getäuscht zu haben. Die nachfolgende Seite soll Ihnen einige wichtige Informationen liefern, ob und wann Sie anwaltliche Hilfe in der Berufsunfäigkeitsversicherung benötigen.

Stephan Schneider

Fachanwalt für Versicherungsrecht

 

Mit jahrlanger Erfahrung als Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung kann ich Ihnen kompetente Hilfe in jeder Phase Ihres Versicherungsfalles anbieten. Telefonische Ersteinschätzungen sind in der Berufsunfähigkeitsversicherung immer kostenfrei möglich.

Nachfolgend können Sie sich über die typischen Konstellationen in der BU-Versicherung belesen. Zu den meisten Themen finden Sie ausführliche Unterseiten, die Ihnen Ihnen weitere Informationen bieten.

Eine kostenlose Erstberatung können Sie jederzeit über das oben verlinkte Formular oder per Telefon unter 0341 – 581 539 19 anfordern.

Inhalt dieser Seite

Wann zum Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung?

Der Prozess um die Beantragung einer BU und danach kann in mehrere Stadien unterteilt werden, in denen sich jeweils die Frage stellt, ob die Beauftragung eines BU-Anwaltes sinnvoll ist.

Erste Phase: Antragstellung

Ihr Arzt hat Ihnen Berufsunfähigkeit bescheinigt oder Sie sind bereits mehrere Monate arbeitsunfähig und denken selbst, dass Sie berufsunfähig sind. Sie wollen jetzt einen Antrag auf die BU-Rente stellen. Diesen Antrag können Sie allein stellen oder bereits in dieser Phase einen BU-Anwalt beauftragen. 

Umfangreiche Informationen erhalten Sie im Beitrag zur Beantragung der Berufsunfähigkeitsrente.

Wie läuft die Antragstellung ab?

Sofern Sie der Meinung sind, Berufsunfähigkeit sei eingetreten, sprechen Sie bitte zunächst Ihren Facharzt oder Hausarzt an. Sie benötigen bei Antragstellung immer einen ärztlichen Bericht, aus dem die Berufsunfähigkeit hervorgeht.

Bestätigt Ihr Arzt die Berufsunfähigkeit, sollten Sie sofort den Versicherungsfall bei Ihrem Versicherer melden. Dies funktioniert am einfachsten per Telefon oder über die Internetseite des Versicherers.

Warum sofort beim Versicherer anzeigen? Versicherungsbedingungen enthalten oftmals Klauseln, dass rückwirkende Leistungen nur über einen bestimmten Zeitpunkt erfolgen. Lassen Sie sich monatelang Zeit, können Sie viel Geld verlieren, da der Versicherer erst ab Antragstellung zahlen muss.

Benötige ich einen Anwalt für Berufsunfähigkeit bei Antragstellung?

Es kommt darauf an. Sofern Sie über einen hinreichenden Arztbericht verfügen, der Ihre gesundheitlichen Einschränkungen gut darstellt, können Sie den Antrag ohne weiteres selbst stellen. Sie müssen sich aber darauf einstellen, dass Sie ein langes Frage-und-Antwort-Spiel mit dem Versicherer vor sich haben. 

Achtung! Bitte stellen Sie niemals einen Antrag bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ohne eine Rechtsschutzversicherung! Achten Sie auch auf die Wartezeit. Sollte es zu Streit kommen, können Verfahren sehr teuer werden. Hierzu unten mehr.

Was kostet ein Anwalt für Berufsunfähigkeit?

Sofern ein Rechtsanwalt den Antrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung bearbeitet, wird er Ihnen das übliche Honorar nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) in Rechnung stellen. Ihre Rechtsschutzversicherung übernimmt diese Kosten nicht!

Bei gut dokumentierter Krankengeschichte ist oftmals ein Erfolgshonorar möglich. Das bedeutet, Sie bezahlen den Anwalt erst dann, wenn der Antrag erfolgreich ist. Da Sie regelmäßig hohe Nachzahlungen erhalten, besteht für Sie kaum ein Risiko.

Versicherer verzögert: so kann der BU-Anwalt helfen

Es kommt sehr häufig vor, dass Anträge verschleppt und verzögert werden. Versicherte warten oft Monate und Jahre, bis ein Antrag entschieden wird. Die Versicherer kommen mit immer neuen Fragen und behaupten, die Berufsunfähigkeit wäre noch nicht ausreichend geprüft.

Ausführliche Informationen über Verzögerungen bei der Antragstellung finden Sie in dem Beitrag Wie lange dauert die BU-Regulierung? – Die Tricks der Berufsunfähigkeitsversichere

Auffallend häufig werden BU-Anträge bei psychischen Erkrankungen (Depressionen, Burnout, Posttraumatische Belastungsstörung usw.) verzögert. Hier drängt sich leider oft der Eindruck auf, dass Versicherte zermürbt werden sollen, bis sie aufgeben. 

Nachdem Sie alle Unterlagen und das Antragsformular beim Versicherer eingereicht haben, sollte die Bearbeitung nicht länger als 3 Monate dauern. Alles andere deutet meist auf eine Nichtbearbeitung oder gezielte Verzögerung hin. In diesem Fall sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung wenden. 

Ablehnung des Versicherers: Rechtsanwalt einschalten!

Sie haben alle angeforderten Unterlagen und Angaben beigebracht, Ihre Ärzte haben sich geäußert, eventuell wurde ein Gutachten erstellt und der Versicherer lehnt ab. Jetzt müssen Sie in jedem Fall einen spezialisierten Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung beauftragen. Sie werden selbst nichts mehr erreichen. Auch ein hilfsbereiter Versicherungsvertreter oder Makler wird Ihnen nur noch wenig helfen können. Der Versicherer hat sich festgelegt.

Warum lehnt die Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Es gibt einige „Klassiker“, warum die Berufsunfähigkeitsversicherung die Zahlung der BU-Rente ablehnt. Es ist zunächst wichtig, sich zu vergegenwärtigen, was Berufsunfähigkeit eigentlich bedeutet.

Hier geht’s zu ausführlichen Erläuterungen zu den Voraussetzung der Berufsunfähigkeit.

Bedingungen für Berufsunfähigkeit nicht erfüllt

Der häufigste Ablehnungsgrund ist die Behauptung, die Bedingungen für die Berufsunfähigkeit wären nicht erfüllt. Für die Berufsunfähigkeit gilt allgemein die folgende Definition:

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund von Krankheit oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer seinen zuletzt Beruf zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kann.

In diesem kleinen Satz steckt eine Menge juristischer Sprengstoff, der regelmäßig zu zahlreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen führt.

Gutachter der Berufsunfähigkeitsversicherer sagt: 50% nicht erfüllt

Die Gutachten der Versicherer sind einem Rechtanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung bestens bekannt. In selteneren Fällen werden die Gutachten von erfahrenen Klinikärzten erstellt. Die Mehrzahl dieser Gutachten stammen von „Gutachterinstituten“, die wirtschaftlich in der Regel von der Versicherungswirtschaft abhängig sind.

Nicht selten sind diese Gutachten ausgesprochen umfangreich. 50 bis 100 Seiten sind keine Seltenheit. Hier soll der Eindruck erweckt werden, der Gutachter hätte sich umfangreich mit der Materie auseinandergesetzt. Tatsächlich ist es aber so, dass oftmals über zahlreiche Seiten unerhebliche Sachverhalte ausgebreitet werden. Der eigentliche Schwerpunkt, die Berufsunfähigkeit, wird dann vergleichsweise kurz abgehandelt.

Ihr Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung muss sich intensiv mit den Gutachten auseinandersetzen. Es braucht viel Erfahrung und erheblichen medizinischen Sachverstand, um den Versicherern und ihren Gutachtern die Stirn zu bieten.

Weiterführende Informationen zu Gutachten und Gutachterinstituten finden Sie im Beitrag Medizinische Gutachten im Versicherungsrecht

„Ich erlebe immer wieder, wie Versicherer sehr umfangreiche Gutachten vorlegen. Im Prozess wird vom gegnerischen Anwalt der Berufsunfähigkeitsversicherung behauptet, der Gutachter hätte sich umfangreich mit der Erkrankung des Klägers auseinandergesetzt. Hier muss man die wissenschaftliche Methodik des Gutachtens detailliert angreifen. Andernfalls läuft der Versicherte Gefahr, dass Gerichte die Aussagen der Gegenseite schwerer gewichten. Als Anwalt für Berufsunfähigkeit ist man hier gefragt und muss ausführlich und kompetent argumentieren.“ RA Stephan Schneider

Prognosezeitraum

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist der Prognosezeitraum in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Regelungen hierzu sind unterschiedlich. „Voraussichtlich dauerhaft“, „voraussichtlich sechs Monate“ oder „voraussichtlich drei Jahre“ sind übliche Regelungen.

Daneben findet sich in den meisten Verträgen eine sogenannte Fiktion. Als berufsunfähig gilt, wer mindestens sechs Monate arbeitsunfähig oder auch berufsunfähig ist.

Diese sprachlich zunächst einfach klingenden Begriffe sind juristisch ebenfalls recht kompliziert. Gerade bei kürzer bestehender Berufsunfähigkeit wird dieser Umstand von einigen Versicherern gern missbraucht. Man könnte jetzt Namen nennen, aber lassen wir das.

Zunächst einmal handelt es sich um eine Prognose. Das bedeutet nicht, dass Sie sechs Monate warten müssen, ob Sie denn berufsunfähig sind. Eine Prognose ist eine Vorhersage künftiger Entwicklungen und keine Wartezeit.

Sechs Monate? Gern agieren Versicherer mit dem Argument, Sie müssten ja erst einmal sechs Monate arbeitsunfähig sein oder Sie hätten Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit verwechselt. (Ja, das liest man wirklich oft.) Die sechs Monate Arbeitsunfähigkeit sind aber eine juristische Fiktion. Vereinfacht erklärt, müssen Sie die Dauerhaftigkeit der Berufsunfähigkeit nicht mehr beweisen, wenn Sie beweisen können, dass Sie sechs Monate arbeitsunfähig oder berufsunfähig waren (je nach Bedingungen). Eine bloße Krankschreibung genügt dafür allerdings nicht, ist aber hilfreich. Alles verstanden? Wenn nicht, ist es keine Schande. Ihr Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeit hilft Ihnen.

Eine beliebte Behauptung ist auch die „vorübergehende Berufsunfähigkeit“. Die Klausel wird manchmal dergestalt uminterpretiert, dass Leistungen erst ab dem sechsten oder siebten Monat zu zahlen sein sollen. Oft ist diese Behauptung falsch.

Versicherer beendet den Vertrag durch Anfechtung oder Rücktritt

Geradezu dramatisch ist es, wenn Sie Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen und der Versicherer beendet den Vertrag oder er passt die Berufsunfähigkeitsversicherung an. Sie zahlen die Beiträge weiter und erhalten nichts. Hierfür stehen dem Versicherer mehrere rechtliche Instrumente zur Verfügung:

  1. Anfechtung des Versicherungsvertrags,
  2. Rücktritt vom Versicherungsvertrag,
  3. Kündigung des Versicherungsvertrags,
  4. Anpassung des Versicherungsvertrags.

Diese sogenannten Gestaltungsrechte unterscheiden sich in ihrer Rechtsfolge. Aus Sicht des Versicherungsnehmers sind sie in der Härte der Folgen gestaffelt. Zur Ausübung und zu den Rechtsfolgen dieser Gestaltungsrechte besteht eine kaum überschaubare Fülle an Rechtsprechung. Durch Sonderregelungen im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) unterscheidet sich die Rechtslage zudem teilweise deutlich vom allgemeinen Zivilrecht. Bei einer Vertragsbeendigung ist daher der Gang zu einem spezialisierten Rechtsanwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung dringend anzuraten.

Bitte bedenken Sie, dass für einen Versicherungsvertreter oder einen Makler der Abschluss einer BU-Versicherung ein äußerst lukratives Geschäft ist. Die Prämien sind hoch und werden über einen langen Zeitraum gezahlt. Der Vermittler der BU-Versicherung kann sich also über eine anständige Provision freuen. Das ist natürlich in Ordnung und wenn der Vermittler eine professionelle Beratungsleistung bietet, besteht auch kein Problem. Es gibt aber Fälle, bei denen Vermittler der Beantwortung der Gesundheitsfragen nicht die Ernsthaftigkeit beimessen, die sie verdient. In diesen Fällen sind Schwierigkeiten bei der Beantragung der BU-Rente geradezu vorprogrammiert. Sie sollten dem Antrag auf eine BU-Versicherung immer die Kopie Ihrer Patientenakte beilegen. So kann die Versicherung später nicht behaupten, Sie hätten ihr irgendetwas verschwiegen.

Hier geht’s zum Artikel zu Rücktritt und Anfechtung in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Abstrakte und konkrete Verweisung

Ein weiteres Problemfeld stellt sich hinsichtlich der abstrakten und konkreten Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Probleme mit abstrakten Verweisungen hat man als Rechtsanwalt in der  Berufsunfähigkeit kaum mehr zu bearbeiten. Die Anforderungen an die abstrakte Verweisung waren für die Versicherer derart hoch, dass diese nicht mehr vereinbart werden. Die Floskel „Wir verzichten auf eine abstrakte Verweisung“ ist mittlerweile eher Marketing.

Größere praktische Relevanz hat dagegen die konkrete Verweisung. Sofern Sie nach Eintritt der Berufsunfähigkeit eine Tätigkeit ausüben, die nach Ausbildung und Erfahrung sowie Ihrer Lebensstellung Ihrer bisherigen Tätigkeit entspricht, muss der Versicherer nicht (mehr) zahlen. Auch an diesem Punkt werden Sie auf einen Anwalt für Berufsunfähigkeitsversicherung angewiesen sein. Der Vergleich des alten Berufs mit der Verweisungstätigkeit hinsichtlich des Einkommens und der sozialen Wertschätzung kann ausgesprochen kompliziert werden und es existiert zu dem Thema eine umfangreiche Rechtsprechung der Obergerichte.

Hier geht’s zu weiteren Informationen über die abstrakte und konkrete Verweisung.

Schweigepflichtentbindung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei der Beantragung einer BU-Rente wird die Versicherung immer verlangen, dass der Versicherte die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbindet. Sie haben die Möglichkeit, eine umfassende Schweigepflichtenbindung zu erteilen oder Sie lassen sich vom Versicherer einen Fragenkatalog übermitteln und holen die Auskünfte bei den Ärzten selbst ein. Im zweiten Fall drohen Versicherer teilweise ein längeres Prozedere oder zusätzliche Kosten an.

Tipp: Sie sollten keine umfassende Schweigepflichtentbindung erteilen. Lassen Sie sich einen Fragenkatalog zuschicken. Sie können sich dann an Ihren behandelnden Arzt wenden und die Antworten selbst an die Versicherung weiterleiten. Kosten werden selten erhoben und sind verschmerzbar.

Vorsicht! Es bestehen ältere Verträge mit sehr umfassenden Schweigepflichtentbindungen. Der Versicherer kann auf deren Grundlage sehr weitreichende Nachforschungen betreiben. Grundsätzlich gilt, dass Sie jederzeit eine Schweigepflichtentbindung widerrufen können. Sollte Ihr Vertrag eine solche Klausel enthalten, empfiehlt es sich, die Schweigepflichtentbindung vorsorglich zu widerrufen.

Zusammenfassung

Der Beitrag hat Ihnen hoffentlich einen Überblick verschaffen können, wann Sie einen Rechtsanwalt in der Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen. Schau Sie immer nach einem Spezialisten, denn nur dieser ist der beste Anwalt für die Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie.

Bei der Antragstellung kommt es auf die konkreten Umstände an, ob die Hinzuziehung eines Anwalts notwendig ist oder nicht. Aus der praktischen Erfahrung muss man aber sagen, dass gerade hier sehr folgenschwere Fehler begangen werden und Anträge auf die BU-Rente mit anwaltlicher Hilfe fast immer schneller und erfolgreicher verlaufen.

Wenn der Versicherer die Bearbeitung eines BU-Antrages über Monate oder gar Jahre verzögert, sollten Sie ebenfalls auf einen BU – Anwalt zurückgreifen. 

Geradezu zwingend wird der Rechtsanwalt, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung die Leistung ablehnt, einstellt oder den Vertrag beendet.