Haben Krankheiten oder Gebrechen bei der unfallbedingten Invalidität mitgewirkt, kann sich die Invaliditätsleistung mindern. Die meisten Versicherungsbedingungen in der Unfallversicherung sehen Mitwirkung von Vorerkrankungen von mindestens 25% vor. Die Minderung erfolgt entsprechend des Minderungsanteils. Beträgt die Mitwirkung einer Vorerkrankung unter 25% darf der Versicherer meist nicht kürzen.

Mitwirkungsanteil in der privaten Unfallversicherung

Kürzungen der Invaliditätsleistung durch den Versicherer aufgrund eines angeblichen Mitwirkungsanteils sind in der Praxis der Unfallversicherung ausgesprochen häufig. Es kommt nicht selten vor, dass die Gutachter der Versicherer deutlich überzogene Mitwirkungsanteile annehmen. Oft sind diese Annahmen jedoch nicht seriös gutachterlich hergeleitet, sondern stellen pauschale Behauptungen dar.

Sollte ihr Versicherer einen hohen Mitwirkungsanteil behaupten und Ihre Leistung aus der privaten Unfallversicherung kürzen, sprechen Sie uns an. Im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung lässt sich in den meisten Fällen schnell beurteilen, ob ein Gutachten seriös erstellt wurde oder der Versicherer ungerechtfertigt kürzt.

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Welche Voraussetzungen müssen für eine Minderung wegen eines Mitwirkungsanteils vorliegen?

Die Voraussetzungen für einen Mitwirkungsanteil müssen im Einzelnen vom Versicherer bewiesen werden. Wichtig ist hierbei, dass die beiden Voraussetzungen sehr eng auszulegen sind.

1. Mitwirkung am Gesundheitsschaden

Eine Kürzung kann nur erfolgen, wenn Krankheiten oder Gebrechen an dem Gesundheitsschaden oder dessen Folgen mitgewirkt haben. Es kommt also nicht auf die Mitwirkung am Unfallereignis an!

Durch die Regelung sollen vor allem degenerative Erkrankungen ausgeschlossen, sofern deren Mitwirkungsanteil über 25% beträgt. Besondere praktische Bedeutung haben hier Bandscheibenschäden, Meniskusverletzungen, Arthrose in der Rotatorenmanschette der Schulter, Risse der Achillessehne und Supraspinatussehne.

2. Mitwirkung von Krankheiten und Gebrechen

Eine Minderung darf nur aufgrund der Mitwirkung von Krankheiten und Gebrechen im engeren Sinne erfolgen. Nicht jede Mitwirkung einer Erkrankung kann also eine Minderung rechtfertigen. Es muss vielmehr eine außergewöhnliche, individuell geprägte Mitverursachung gegeben sein. Dadurch können altersbedingte Verschleißzustände bzw. Degenerationen nicht einmal im Ansatz der Mitwirkungs-Klausel unterfallen.

Wann zum Anwalt?

Kürzt der Versicherer die Invaliditätsleistung aus einer privaten Unfallversicherung aufgrund einer angeblichen Mitwirkung von Erkrankungen, sollten Sie den Fall von einem Anwalt für Versicherungsrecht prüfen lassen. Die Voraussetzungen für eine Minderung der Invaliditätsleistung sind sehr eng auszulegen. Nicht selten werden Versicherte mit pauschalen Annahmen aufs Glatteis geführt und es ist sinnvoll gegen die Kürzung vorzugehen.

Wir sind auf Versicherungsrecht spezialisiert und bieten Versicherten an, im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ihren konkreten Fall in der privaten Unfallversicherung zu prüfen.

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